exhibition | POSITIONS BERLIN 2014

19.08.2014

Pavlov's dog will show some of my works on POSTIONS during the Berlin Art Week 2014:

POSITIONS BERLIN

Kaufhaus Jandorf
Brunnenstraße 19 – 21
10119 Berlin

Opening:
Do, 18. September 2014, 18 – 22 Uhr

Opening hours:
Fr – Sa, 19. – 20. September 2014, 13 – 20 Uhr
So, 21. September 2014, 11 – 18 Uhr

Book | superfreedraw - ATLAS

05.05.2014

Since the start of the project in 2010 more than 180.000 drawing have been made by users all over the world. Now a program was developed to transform sections of the endless virtual drawing canvas automatically into a beautiful book.

-44800/-54600 - 44800/26600
388 pages

Interview with Carmen Beckenbach

07.04.2014

Interview zwischen Carmen Beckenbach (Kuratorin der Ausstellung) und Ralph Schulz im Rahmen der Gruppenausstellung „Das große Reinemachen“, die in Nürnberg im Kunsthaus im KunstKulturQuartier vom 27. Februar bis 4. Mai 2014 zu sehen ist.

CB: Wenn ich von der Ausstellung erzähle und Deine Teilnahme erwähne, werde ich von einigen Leuten erfreut angeschaut: Deine „Rekonstruktion unbekannter Interieurs“ sind durch den Artikel über Zeit-online im März 2013 sehr bekannt geworden. Hast Du davon auch etwas mitbekommen?

RS: Ja indirekt. Die Nutzungsstatistik meiner Webseite hatte einen deutlichen Anstieg nach oben gezeigt.

CB: Was ich auch spannend an den Reaktionen finde ist der Umstand, dass die Reihe so gut erinnerbar ist. Es scheint eine gewisse Faszination von Deinen rekonstruierten Sperrmüllbergen auszugehen. Hattest Du eine Vorliebe bei der Auswahl? Gar bestimmte Straßen bevorzugt?

RS: Sperrmüll besteht ja aus ganz privaten Dingen die plötzlich für jedermann sichtbar im öffentlichen Raum auftauchen, also veröffentlicht werden. Ich denke jeder ist schon mal Sperrmüll begegnet und hat sich dann vielleicht sogar Gedanken über den ehemaligen Besitzer gemacht. Bei der Auswahl hatte ich keine Vorlieben. Aus rein praktischen Gründen habe ich viele Müllhaufen ganz in der Nähe zu meinem Atelier aufgesammelt. Später habe ich aber auch bewusst andere Stadtteile aufgesucht. Einziges Kriterium war eine gewisse Anzahl oder Masse an Dingen, die eine Rekonstruktion möglich machen. Mit dem Bild „24.09.2010 Steeler Straße II“ habe ich aber auch untersucht inwieweit eine Rekonstruktion nur über ein einziges Objekt gelingen kann.

CB: War es nicht seltsam diese Rekonstruktionen vorzunehmen. Man findet ja oftmals private Dinge wie Fotoalben etc.? Ich habe da immer das Gefühl eine Grenze zu überschreiten, wenn ich mir Sperrmüllhaufen anschaue?

RS: Ja das war sehr seltsam. Allein das Einladen des Mülls in den Transporter war unangenehm. Wirklich restlos alles mitzunehmen, das fühlt sich wie ein Übergriff, eine unerlaubte Besitznahme an. Um möglichst nicht dabei beobachtet zu werden habe ich diese Transporte meistens nachts gemacht. Ein besonders extremer Fund war der Müllhaufen zu dem Bild „17.04.2011 Engelbertstraße“. In diesem Fall ist eine Wohnung vermutlich zwangsweise geräumt worden. Neben den zerlegten Regalen waren diverse Müllsäcke gefüllt mit Kleidung, Lebensmitteln, Medikamenten, Kinderspielzeug aber auch ein Sack voller Dokumente dabei. Das waren hunderte Dokumente, die dieser Familie innerhalb der letzten Jahre zugeschickt worden sind. Ein Großteil der Dokumente waren Mahnungen. Diese Mahnungen konnte die Familie offenbar nicht begleichen, weswegen weitere Mahnungen von Inkassounternehmen und schließlich polizeiliche Vorladungen hinzukamen. Zudem wurde die Sozialhilfe immer weiter gekürzt weil die Termine zu den Beratungsgesprächen nicht wahrgenommen wurden. Ein Großteil der Briefe waren noch nicht einmal geöffnet. Ich hatte die gesamten Überreste einer völlig gescheiterten Familie vorliegen, die sich dann den Dokumenten zufolge offenbar ins Ausland abgesetzt hatte. Es war unglaublich bedrückend all das durchzusehen.

CB: Ist es nicht auch illegal Sperrmüll mitzunehmen? Hattest Du keine Angst?

RS: Meinem Verständnis nach liegt das in einer rechtlichen Grauzone. Ich habe mir da keine Sorgen gemacht.

CB: Du hast die Sperrmüllhaufen komplett in dein Atelier gebracht? Wie ging es dann weiter?

RS: Genau, ich habe immer darauf geachtet den gesamten Müllhaufen mitzunehmen. Wenn sich der Müll nicht in der Nähe meines Ateliers befand habe ich einen Lkw angemietet um alles transportieren zu können. Nach dem Transport wurde der Müllhaufen als erstes abfotografiert. Ohne besondere Anordnung – einfach so wie ich die Dinge im Atelier abgelegt hatte. Danach habe ich jeden Gegenstand einzeln abgelichtet um später sicherzustellen zu können, dass sich die Gegenstände der verschiedenen Müllhaufen nicht miteinander vermischen. Im Rahmen der Ausstellung werden diese Aufnahmen als Archiv präsentiert, über das sich die rekonstruierten Interieurs wieder in ihre Einzelteile dekonstruieren lassen. Der eigentliche Rekonstruktionsprozess verlief sehr intuitiv. Ich kannte die Gegenstände schon gut weil ich jeden einzeln fotografiert hatte. Die Anordnung im Raum ergab sich immer sehr schnell und scheinbar automatisch aus den Gegenständen selbst und deren funktionalen Beziehungen zueinander. Anschließend folgte ein sehr langwieriger, penibler Arbeitsprozess, in dem ich die Positionierung der einzelnen Gegenstände noch so weit verändert habe, dass die temporäre Raumkonstruktion auch in der zweidimensionalen photographischen Abbildung eine harmonische Komposition ergab und zugleich natürlich und belebt wirkte. Der Raum in dem alles stattfindet ist selbst nur eine kulissenartige Konstruktion aus dünnen Gipskartonplatten. Dadurch war es möglich bei Bedarf auch Fenster in die Wände zu schneiden.

CB: Du zeigst dieses Archiv der Einzelobjekte nun das erste Mal in einer Ausstellung. Wir präsentieren diese auch getrennt voneinander, also nicht in dem gleichen Raum, wie die Rekonstruktionen. Was war Deine Motivation nun auch das Objektearchiv auszustellen?

RS: In den Rekonstruktionen stehen alle Gegenstände in Beziehung zueinander, werden als eine narrative Einheit wahrgenommen, die eine ganz spezifische Atmosphäre vermittelt. Das Objektarchiv hingegen zeigt die gleichen Gegenstände nur in einer anderen Form – als eine archivarische Sammlung aus Einzelteilen. Die Gegenstände werden für den Betrachter als Einzelobjekt erfassbar und können in ihrem Zustand, ihrer Anzahl und in ihrer Werthaftigkeit beurteilt werden. Gebrauchsspuren treten deutlicher hervor, Titel von Büchern werden erkennbar und jedem Objekt wird eine gleiche Wichtigkeit zugesprochen.
Durch die archivarische Zergliederung des Raums in seine einzelnen Gegenstände, wird nochmals deutlich, dass die von mir geschaffenen Wohnräume nur eine Annährung an den tatsächlich ehemals bestehenden Wohnraum sein können –, dass sie ein Phantasiekonstrukt sind, zusammengebaut aus tatsächlich gelebten und zueinander gehörenden Gegenständen.

CB: Das Objektarchiv wird in DIN-A4-Größe in PP-Ordnerhüllen gezeigt hingegen die Rekonstruktionen in weißen dünnen Holzrahmen und mit 120 x 159 cm recht groß präsentiert. Kannst Du etwas zu der Wahl dieser Größen und der Rahmung sagen?

RS: Irgendwann musste ich den Müll wieder entsorgen. Da ich sehr viel Zeit mit den Gegenständen verbracht hatte fiel mir die Trennung schwer. Also beschloss ich für jeden Müllhaufen einen Ordner anzulegen und die dazugehörigen Abbildungen der Gegenstände in PP-Hüllen abzuheften und aufzubewahren. Durch das Abheften der einzelnen abgelichteten Gegenstände in Klarsichthüllen bekamen die Photographien einen objekthaften Charakter. So wurde das Objekt zur photographischen Abbildung, um dann wieder zum Objekt zu werden. Es fühlte sich gut an von jedem Gegenstand wenigsten eine Abbildung sauber abgeheftet zu behalten. Erst später kam mir die Idee die Bilder mitsamt den Hüllen als Wandinstallation zu präsentieren.
Die Rekonstruktionen hingegen brauchen eine gewisse Größe, so dass man als Betrachter in die Räume eintauchen kann. Auch lassen sich so überhaupt erst alle feinen Details erkennen. Die Bilder sind in Objektrahmen eingerahmt, die selbst einen schmalen Raum bilden und so den Bildraum in den Ausstellungraum verlängern.

CB: Der Betrachter bekommt dadurch auch die Möglichkeit seine eigene Rekonstruktion eines Raumes vorzunehmen. Welche Kamera hast Du verwendet? Bearbeitest Du die Bilder noch am Rechner?

RS: Ich wollte die rekonstruierten Räume so detailreich wie möglich abbilden und habe deshalb eine 4 x 5 inch Großformatkamera verwendet. Die eigentlich schon sehr hohe Schärfe dieses Formats entsprach aber noch nicht der Qualität, die ich mir vorgestellt hatte. Erst mit zwei digital zusammengefügten Hochformaten erreichten die Bilder eine Schärfe und Detailgenauigkeit die mir ausreichend erschien. Die einzelnen Gegenstände des Archivs hingegen sind mit einer digitalen Spiegelreflexkamera aufgenommen. Allein schon wegen der Aufnahmetechnik in zwei Hochformaten musste ich die Bilder digital bearbeiten. Die Bearbeitung ging dabei aber kaum über das hinaus was auch im analogen Prozess möglich ist.

CB: Woran arbeitest Du gerade?

RS: Im Moment arbeite ich an einem Apparat, der aus radioaktivem Zerfall zufällige Bilder generiert. Das ist eine sehr theoretische, technische Arbeit. Einzige Gemeinsamkeit ist das Hinterfragen der Fotografie als ein Medium das uns scheinbar ein objektives Abbild der Realität liefert. Ich plane aber die Arbeit „Rekonstruktion unbekannter Interieurs“ in einer anderen Stadt, in einem völlig anderem sozialem Umfeld zu wiederhohlen.

© Text 2014, Carmen Beckenbach, Ralph Schulz, Kunsthaus im KunstKulturQuartier Nürnberg

exhibition | Das große Reinemachen im Kunsthaus Nürnberg

22.01.2014

Die Ausstellung zeigt zeitgenössische künstlerische Positionen aus Deutschland, Zypern, Großbritannien und Italien in Fotografien, interaktive Installationen, Videokunst, kinetischen Skulpturen und Rauminstallationen.

Artists:
Blaffert & Wamhof, Sian Bonnell, Simone Demandt, Gair Dunlop, Empfangshalle, Fra.Biancoshock, Frank Gillich, Tanja Goetzmann, Peter Granser, Klaus Illi, Max Kosoric, Anne Petters, Andreas Savva, Ralph Schulz

Curated by Carmen Beckenbach

Kunsthaus
February 27th, 2014 - May 4th, 2014
opening: February 26th, 2014, 8pm

Kunsthaus
Königstraße 93
90402 Nürnberg

exhibition | Field Work

21.05.2013

Artists:
Annette Jonak, Sabrina Jung, Ute Klein, Anne Lass, Patricia Neligan, Georg Parthen, Almut von Pusch, Lisa Rienermann, Heiko Rintelen, Ralph Schulz, Nicolas Wollnik

Kunstverein Det Ny Kastet, Thisted
July 13th, 2013 - August 15th, 2013
Opening: July 12th,2013, 6pm